"Hand in Hand für unsere Gesundheit"

Tag der Selbsthilfe findet am Samstag, 14. September 2019 von 10:00 bis 15:00 Uhr statt.

Wie bereits im vergangenen Jahr werden die Selbsthilfegruppen aus dem Landkreis Limburg-Weilburg und Umgebung den Tag der Selbsthilfe in der Josef-Kohlmaier-Halle durchführen. An diesem Tag präsentieren sich die Gruppen und informieren über ihre wichtige Funktion in der gesundheitlichen Versorgung. Selbsthilfegruppen leisten mit Unterstützung der Krankenkassen einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Menschen mit schweren, teils unheilbaren Krankheiten.

Die Mitglieder von Selbsthilfegruppen – dies können Betroffene aber auch deren Angehörige sein – suchen gemeinsam nach einem positiven Umgang mit ihrer Einschränkung. Dabei sind die gegenseitige Unterstützung, der Rat und die eigene Erfahrung ein wichtiger Bestandteil.

Am Tag der Selbsthilfe informieren die Gruppen die Besucher, aber es finden auch Fachvorträge zu verschiedenen gesundheitlichen Themen statt. Professor. Dr. Gerd Glaeske, Professor für Arzneimittelanwendungsforschung und bekannt aus dem hr-Fernsehen der Sendung Mex – das Marktmagazin für den Bereich Gesundheit, wird einen Fachvortrag halten.

Neben der Ausstellungs- und Vortragsfläche in der Josef-Kohlmaier-Halle wird auch der Europaplatz als Aktionsfläche mit eingebunden. Dort werden verschiedene Aktionen von Selbsthilfegruppen angeboten. Außerdem steht eine Hüpfburg für die kleinsten Besucher bereit.

 

Eine Anmeldung für Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen ist bis zum 15. Mai 2019 möglich. Bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt zu Ihrer Selbsthilfekontaktstelle auf.

 




Referent: Prof. Dr. Gerd Glaeske

Immer nur Medikamente - oder: was kann ich auch selber tun?

Fast 1,6 Milliarden Packungen Arzneimittel werden pro Jahr in Deutschland verkauft - die eine Hälfte muss verschrieben werden, die andere gibt es ohne Rezept. Die einen werden bei akuten oder chronischen Erkrankungen in der Arztpraxis verordnet, die anderen bei Kopfschmerzen, Erkältung oder Magen-Darm-Beschwerden ohne Rezept in der Apotheke verkauft. Sind denn all die Mittel immer notwendig oder geht es vor allem um eine schnelle und einfache Lösung? Sicher ist, dass Arzneimittel oft einen Nutzen für Patientinnen und Patienten haben, sicher ist aber auch, dass zu viele Mittel nebeneinander genommen auch schwerwiegende Nebenwirkungen und Wechselwirkungen auslösen können: Immerhin fast 11% der Krankenhauseinweisungen älterer Menschen sind die Folge von 6, 8, 10 oder noch mehr Medikamenten nebeneinander. Dabei müssen nicht alle Leiden mit Arzneimitteln behandelt werden, es gibt auch viele andere Möglichkeiten der Selbsthilfe ohne Medikamente, von Prävention bis zu sinnvollen Hausmitteln. Darüber wollen wir sprechen, damit Arzneimittel nicht zu bitteren Pillen werden.

 

 

Kurzvita Prof. Dr. rer. nat. Gerd Glaeske:

 

Seit 1999 Professor für Arzneimittelversorgungsforschung im SOCIUM, Forschungs-zentrum Ungleichheit und Sozialpolitik (ehemals Zentrum für Sozialpolitik -ZeS-) der Universität Bremen, ab 2007 Co-Leiter der Abteilung Gesundheit, Pflege und Alterssi-cherung (ehemals Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik und Versorgungsfor-schung). Seit 2016 Leiter des „Länger besser leben.“-Instituts.

2003 bis 2018 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der BZgA; 2003 bis 2009 Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen; 2007 bis 2008 Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates zur Weiterentwicklung des Risi-kostrukturausgleiches beim BVA; seit 2009 Mitglied des Ausschusses für den rationalen Einsatz von Arzneimitteln des Arzneimittelbeirates beim Bundesministerium für Ge-sundheit in Wien; 2010 bis 2014 Hauptgeschäftsführer und Vorstandsmitglied des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung; Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der DAK und BKK24; seit 2010 Mitglied und stellvertretener Sprecher des Wissen-schaftlichen Kuratoriums der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen.